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Die Uhr tickt erbarmungslos runter, nur noch wenige Tage bis zu dem Moment, auf den man so lange hintrainiert hat. Olympia! Für die Ruderin der Kettwiger Rudergesellschaft, Britta Holthaus, geht ein langersehnter Traum in Erfüllung.
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Nachdem sie die Spiele in Sydney vor vier Jahren knapp verpasst hatte hat es nun geklappt und damit nicht genug: Als amtierender Weltmeister des vergangenen Jahres gehört der deutsche Frauen-Achter mit der 25-jährigen Kettwigerin an Bord zu den Topfavoriten dieser Entscheidung. Nur einer aus dem Team stand bei Olympia schon einmal ganz oben, Ralf Holtmeyer, der Erfolgscoach dieses Flaggschiffes holte mit dem Männer Achter 1988 in Seoul schon einmal Olympisches Gold. Er hat alle Aufs und Abs in seiner Trainerkarriere schon einmal mitgemacht, denn nachdem 2000 der deutsche Männer-Achter die Qualifikation für Olympia in Sydney verpasste, wurde er zum Bundestrainer der ebenfalls havarierten Damen „degradiert“. Vier Jahre später hat sich seine Crew souverän qualifiziert. 16 Jahre nach seinem ersten Olympiaerfolg könnte er sich mit einem Sieg fast unsterblich machen. Aber soweit ist es noch nicht.
Traditionell misst man sich zum Abschluss der Vorbereitungen in einem Relations-rennen mit anderen Booten des Deutschen Ruderverbandes über die 2000-Meter Rennstrecke. Zeitabstände und Relationen geben Aufschluss über die Leistungs-fähigkeit. Trainer Holtmeyer scheut da keinen Vergleich und sucht sich mit seinem Flaggschiff gleich das Beste, was der DRV zu bieten hat, den Abonnentensieger im Frauen-Doppelvierer von Bundestrainerin Jutta Lau. Am vergangenen Sonntag startete dieses Rennen im Trainingslager in Breisach. Die Crew um Britta Holthaus mit Elke Hipler (Hannover), Maja Tucholke (Leipzig), Anja Pyritz (Saarbrücken), Susanne Schmidt (Berlin), Nicole Zimmermann (Rostock), Schlagfrau Lenka Wech (Saarbrücken) und Steuerfrau Annina Ruppel (Wanne-Eickel) fuhr ein tolles Rennen und waren dabei fast 13 Sekunden schneller als der Doppelvierer, sodass man bis auf wenige Zehntel an die Relation des Doppelvierers heranruderte. Mut und Zuversicht an den Erfolg zu glauben macht sich im Boot breit. „Jetzt sind wir da, wo wir vor Olympia im Training hinwollten“, so die sympathische Kettwiger Jurastudentin die sich tierisch auf die Spiele freut.
Die Boote sind seit dem späten Sonntagabend bereits auf dem Weg nach Athen. Der Bootstransport muss zahlreiche Kontrollen durchlaufen, da die Bootskörper geschlossen sind müssen erst Bombenhunde alle Schiffe beschnuppern da durch Terrorwarnungen diese Sicherheitsbestimmungen vom Organisationskomitee vorgegeben sind. Es sollen schließlich sichere und friedliche Spiele werden. Die Mannschaft fliegt dann am Mittwoch ab Frankfurt und wird zunächst nicht ins Olympische Dorf einziehen, da die gefürchteten „Meldina-Winde“ den Zeitplan mächtig durcheinander wirbeln könnten und die 30-minütige Anreise aus dem Dorf zur außerhalb in Schinias gelegenen Regattaanlage dann die optimale Vorbereitung stören könnte. Man will nichts dem Zufall überlassen. Nachdem die Juniorenwelt-meisterschaften an gleicher Stelle im letzten Jahr unter chaotischen Wind- und Wasserverhältnissen litten, Boote kenterten und die Strecke auf 1.000 Meter verkürzt werden musste ist man für den Ernstfall gerüstet. Die Bauweise der Boote wurde angepasst und die Schiffe „unsinkbar“ gemacht.
Wenn das Wetter mitspielt, geht es am kommenden Sonntag für den deutschen Frauen-Achter los. Die Vorläufe stehen auf dem Programm. Neben dem amtierenden Weltmeister haben sich die Boote aus Rumänien, Kanada, USA, Australien, Niederlanden und China für die Entscheidung in dieser Bootsklasse qualifiziert. Über zwei Vorläufe (So. 11 Uhr) qualifizieren sich zunächst nur die Sieger. Die übrigen fünf Boote kämpfen im Hoffnungslauf am Dienstag 10.10 Uhr um die letzten vier Finalplätze. Am Sonntag 22.8. um 10.10 Uhr werden dann die Medaillenvergeben. Bei optimalen Bedingungen wird der Olympiasieger um 10.16 Uhr feststehen. Denn laut Britta Holthaus wird der gewinnen, der unter 6 Minuten rudert. - boris orlowski
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