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Es herrschte ein knallharter Gegenwind am Finaltag der U23 Ruderweltmeister-schaften im polnischen Poznan auf der Regattaanlage am vergangenen Sonntag vor. Trotzdem meistert Athletin Anna Oligmüller (Kettwig) diese Aufgabe mehr als gut und fischt Bronze aus dem Maltasee. Eine Goldmedaille hatte dabei der Polnische Ruderverband als Ausrichter verdient. In Bezug auf die Organisation waren es optimale Weltmeisterschaften. Hotel, Verpflegung und Busshuttle hatten ebenso, wie die Regattaorganisation und die fairen und gleichen Bedingungen auf der Strecke diese Auszeichnung verdient.
Bronze, das ist in dieser Saison die Trendfarbe für die Kettwigerin, Anna Oligmüller. Schon bei den U23 Jahrgangsmeisterschaften im Juni auf dem Baldeneysee konnte die erst 18-jährige im Doppelzweier und Einer den dritten Rang verbuchen. Auf dem Maltasee in Poznan sah es lange nach Silber aus, doch auf den letzten 500 Metern wurde das komplette Feld noch einmal mächtig durcheinander gewirbelt. Die lange führenden Rumäninnen mussten dem hohen Anfangstempo Tribut zollen und die Neuseeländerinnen, die bis zur Streckenhälfte hinter dem deutschen Boot auf dem dritten Rang lagen, passieren lassen. Anna Oligmüller und Co. konnten dem Schlussspurt der Neuseeländerinnen nichts entgegensetzen, hätten allerdings fast noch die völlig erschöpften Rumäninnen passiert. Am Ende fehlte dem deutschen Boot 82 Hundertstel zu Silber und so leuchtet die Medaille wieder einmal in Bronze.
Trotzdem ein schöner und wichtiger Erfolg für die Gymnasiastin. Blieb doch der Weg zu einer Medaille im letzten Jahr bei den Juniorenweltmeisterschaften in Athen wegen einer Salmonellenvergiftung fast der gesamten deutschen Mannschaft versperrt. Der Deutsche Ruderverband zog seine gesamte Flotte zurück, Anna Oligmüller gehörte damals zu den wenig gesund gebliebenen und musste in Topform unverrichteter Dinge wieder die Heimreise antreten, da es die übrigen Mannschaftskameradinnen aus dem medaillenträchtigen Doppelvierer schwer erwischt hatte und an einen Rennen nicht zu denken war. Schon damals setzte sich die Kettwigerin das Ziel, dass es dann eben im nächsten Jahr im U23 Bereich klappen muss. Im Saisonverlauf sah es zunächst in Sachen Nationalmannschaftsqualifikation gar nicht gut aus, man war zwar an der deutschen Spitze dran, aber gehörte eben nicht dazu. Erst über den Umweg der Selektion, die Großbootbildung des DRV, sicherte sich die Skullerin überraschend einen Rollsitz im Doppelvierer. So findet die erste Saison in der Frauenklasse ein versöhnliches bronzenes Ende.
Gespannt schaut man nun nach Athen, wo am kommenden Sonntag die Kettwigerin Britta Holthaus mit dem Frauenachter in die olympische Regatta einsteigt. Als amtierender Weltmeister macht sich das Flaggschiff berechtigte Hoffnungen im Feld der sieben qualifizierten Achter eine Medaille zu gewinnen. - boris orlowski
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