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Ergebnisse der Fluglärm-Kommission enttäuschen
Thema Nachtflugverbot wurde überhaupt nicht diskutiert

Essen-Kettwig • 11.12.2005

Mit Enttäuschung haben vor allem die Büdericher, Essener und Ratinger Mitglieder der Bürger gegen Fluglärm, einer über 2.700 Mitglieder zählenden Bürgerinitiative gegen Fluglärm, die Ergebnisse der Fluglärmkommissions-Sitzung vom Montag, den 05.12. zur Kenntnis genommen.

Trotz intensiver Diskussion des Tagesordnungspunktes „Überschreitungen“ wurde das von der Bevölkerung vehement geforderte Nachtflugverbot überhaupt nicht diskutiert geschweige denn empfohlen.

Christoph Lange - 1. Vorsitzender der Bürger gegen Fluglärm
Christoph Lange - 1. Vorsitzender der Initiative “Bürger gegen Fluglärm” - foto: archiv

 „Wieder einmal ist für die lärmgeplagte Bevölkerung nichts Zählbares heraus gekommen, 1.190 Nachtflüge allein im Sommer 2005 haben keinen einzigen Arbeitsplatz, aber Hunderttausende um den Schlaf gebracht.“ resümiert Christoph Lange, der 1. Vorsitzende der Bürger gegen Fluglärm. (s. dazu auch Grafik weiter unten!)

Auch die geforderte Transparenz z.B. der Lärm-Messwerte (z.B. in Köln/Bonn am nächsten Tag im Internet) wird wieder einmal auf die lange Bank geschoben.

„Landesregierung und Verkehrsminister sind gefordert, sich eindeutig zu erklären: Wird verfassungsgemäß der Gesundheit der Bevölkerung der Vorrang eingeräumt oder diktieren auch hier vorgeschobene und durch keine einzige Zahl bewiesene wirtschaftliche Interessen? Planmäßige Landungen sind schon heute „unzulässig“, allein durch die Behörden sogar geförderte „ausnahmsweise Verspätungen“ wie z.B. die 111 Verspätungen des Fluges AB 8565 aus Barcelona führen dazu, dass von ursprünglich 8 Std. Nachtruhe nunmehr keine fünf Stunden mehr übrig bleiben. Schlafmangel, Lern- und Konzentrationsstörungen nicht nur bei Kindern und ein in die Hunderte von Millionen gehender Wertverlust der Immobilien sind der Preis für die irrwitzigen Umlaufplanungen der Billigflieger, die zudem auch noch die Lufthansa ins Billigsegment und LTU an den Rand des Ruins treiben.“

Die vorgeschobenen wirtschaftlichen „Gründe“ dominieren auch die Rechtfertigung der neuen Betriebsgenehmigung, die spätabends ein Plus von bis zu 80% Landungen und frühmorgens fast eine Verdoppelung der Starts bedeutet. Dabei sind in den letzten Jahren am Flughafen kontinuierlich Arbeitsplätze wegrationa-lisiert worden und die Airlines müssen sparen, wo es geht, um nicht den Billigfliegern das Terrain in Gänze zu überlassen.
 „Low- Cost statt Feinkost“, so ein leitender Mitarbeiter des Verkehrsministeriums. Offenbar will man sehenden Auges in den Untergang rennen, Arbeitsplätze im Einzelhandel und in der Gastronomie sind in Gefahr, weil deutlich mehr Menschen mit den Billigfliegern fort reisen, als nach Düsseldorf kommen. Für Köln/Bonn, wo dieses Verhältnis etwa ausgeglichen ist, stellte die Uni Köln einen jährlichen Kaufkraftabfluß von 30 Mio € fest.

Die Bürger gegen Fluglärm werden daher – auf große Unterstützung durch die Bevölkerung bauend – mit rd. 30 Privatklägern gegen die neue Betriebsgeneh-migung klagen. Zunächst soll in einem Eilverfahren die sog. „aufschiebende Wirkung einer Klage“ wiederhergestellt werden, die Verkehrsminister Wittke durch seine Anordnung des Sofortvollzuges außer Kraft gesetzt hatte – und dies, obwohl die gepriesenen Kontrollinstrumente noch gar nicht einsatzbereit waren und das nötige „besondere öffentliche Interesse“ nicht einmal in Ansätzen belegt ist.

Dr. jur. G. Radtke - 2. Vorsitzender der Bürger gegen Fluglärm
Dr. jur. G. Radtke - Jurist und 2. Vorsitzender der “Bürger gegen Fluglärm - foto: archiv

„Wir werden in der Klage jeden Fehler der Genehmigungsbe-hörde aufdecken, und davon gibt es reichlich“, so Dr. jur. G. Radtke, der 2. Vorsitzende, „da gibt es nur zwei Punkte, die vernünftig sind, und dies ist zum einen die durch unsere Klage erfochtene Kontrolle, an der wir aber beteiligt werden wollen, und zum anderen die Tatsache, dass der Flughafen nun den Beweis antreten muss, wie viele Flüge er auf einer Bahn wirklich abwickeln kann.

 Wir werden auf jeden Fall die jetzt völlig fehlenden Nachweise der angeblichen „Jobmaschine“ einfordern. Die Landesregierung muss darlegen, warum ein Arbeitsplatz an anderen NRW-Flughäfen nicht genauso zählt wie in Düsseldorf? “   - bürger gegen fluglärm

Beschäftigung Flughafen Düsseldorf

Für Rückfragen steht Ihnen gerne zur Verfügung:

Tilo Stadtkowitz
Mitglied im Verein "Bürger gegen Fluglärm e.V"
Tel. 02054 920392
Mobil 0172 8238419
kettwig@buergergegenfluglaerm.de

Weitere Informationen zum Thema finden Sie über die Links in der rechten Info-Spalte oder direkt auf der Webseite der Bürger gegen Fluglärm.

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