|
Sie kamen aus Essen, Mülheim, Ratingen, Lohausen, Kaarst, Korschenbroich, Willich, Krefeld und Viersen nach Meerbusch, um mit dem von den Büdericher BÜRGERN GEGEN FLUGLÄRM organisierten Protestzug ein deutliches Signal zu setzen. Ein kilometerlanger Protestzug - auch unter Beteiligung der Aktionsgruppe Kettwig - zog durch Meerbuscher Straßen, bevor sich fast 1000 Teilnehmer zur Abschluss-kundgebung im Zentrum Büderichs trafen, um die engagierten Worte von Bürger-meister D.Spindler (Meerbusch, Vorsitzender der Fluglärmkommission für den Flughafen Düsseldorf) und des 1. Vorsitzenden der BÜRGER GEGEN FLUGLÄRM, Christoph Lange zu hören.
|
|
 Auch die Kettwiger Aktionsgruppe “Bürger gegen Fluglärm” nahm am Protestmarsch in Meerbusch teil
 Kilometerlang wurde in Meerbusch gegen den Fluglärm aus Düsseldorf protestiert - fotos: privat
|
Spindler brachte es auf den Punkt: „Die Rechnung, soundsoviele Arbeitsplätze gegen eine weitere Stunde geraubter Nachtruhe ist nicht akzeptabel“.
Christoph Lange betonte, dass der mittlerweile rd. 3000 Mitglieder (von Essen bis Viersen) zählende Verein nicht pauschal gegen den Flughafen sei, sich dieses private Unternehmen aber wie jedes andere auch an Gesetze, abgeschlossene Verträge und Betriebsregeln halten müsse.
“Genau dies ist aber nicht der Fall. Immer mehr „ausnahms-weise“ verspätete Nachtflüge, falsch berechnete Lärmschutz-zonen, stark gestiegene Kollisionsrisiken, die billigend in Kauf genommen werden, um noch mehr Billigflieger und alte Frachtmaschinen anlocken zu können sind nicht die Zeichen einer guten Nachbarschaft. Der oft beschworene „Nachbarschaftsdialog“ ist ein eintöniger Monolog aus Lärm und Abgasen, der Profitgier werden Nachtruhe, Gesundheit, ungestört aufwachsende Kinder und Immobilienwerte sinnlos geopfert, nur um statt täglich 7 jetzt 12 Flüge nach Hamburg anbieten zu können, obwohl dieses Ziel mit der Bahn schneller und besser erreicht werden kann.
|
|
Was für ein ökonomischer und ökologischer Unfug, die 100 Passagiere – wenn es denn überhaupt so viele sind – auf 10 km Höhe zu hieven, mit Tonnen von Sprit und Abgasen. Kerosin gehört längst besteuert, v.a. weil das ein Ticket nicht einmal um 10,- € verteuern würde. Warum wehrt sich die Luftver-kehrslobby dagegen so verzweifelt? Weil sie dann nicht mehr ganz so viele Kunden mit den Superbilligtickets locken kann.“ so Christoph Lange.
Der Büdericher Sprecher der BÜRGER GEGEN FLUGLÄRM, K. Hussein, selbst-ständiger Unternehmer, setzte noch eins oben drauf: „Wir haben ein Recht uns zu beschweren, bald werden sich die schämen, die der scheibchenweisen Zerstörung unserer Heimat nicht entgegengetreten sind, die nicht mit dabei sind beim Protest.“
Die Bürgermeister Spindler (Meerbusch) und Moormann (Kaarst) zeigten sich sehr erfreut über die hervorragende Resonanz auf den Aufruf zum Protestzug und be-grüßten besonders, dass mit den Städten Essen, Mülheim, Ratingen, Meerbusch, Neuss, Kaarst und Krefeld nahezu alle Kommunen aus der Nachbarschaft des Flughafens Klage gegen die neue Betriebsgenehmigung erhoben haben, immerhin vertreten diese Städte weit mehr als eine Million Einwohner.
Die BÜRGER GEGEN FLUGLÄRM erwarten von Minister Wittke, dass dieser den Bürgerwillen mehr respektiert. Politik muss für die Bürger da sein, nicht gegen sie. „Was nutzen unsinnige Projekte wie z.B. der zu teure und aufgrund der Kollisions-gefahren unmögliche Ausbau von Mönchengladbach, die Herumtesterei in Mülheim (Wittke: „Die Bürger können ja klagen“), der durch Untätigkeit des sonst so schnellen Ministers begünstigte Niedergang von Weeze, das eine hervorragende Aussenstelle für Düsseldorf sein könnte – wie das doppelt so weit entfernte Hahn für Frankfurt - , wenn nicht endlich ein vernünftiges Gesamtkonzept auf den Tisch kommt?“ fragt der Verein und fordert die Antworten ein, bevor Fakten geschaffen werden.
„Wenn ein Unternehmen mit der Nachbarschaft nicht klarkommt, dann sagt man nor-malerweise, dass entweder Standort oder Management falsch sind. In Düsseldorf schien in den letzten Jahren beides der Fall zu sein, aber mit dem Weggang von Dr. Schwarz besteht ja beim 2. Punkt noch Hoffnung. Und wenn nicht, dann müssen Flughafen, Landesregierung und Airlines halt die Unwägbarkeiten andauernder Kla-gen aushalten.“ sagt Dr. jur. G. Radtke, der 2. Vorsitzende des Vereins. „Jeder mag beurteilen, ob unsere Forderungen unbotmäßig sind. Die Geschäftsergebnisse des Flughafens zeigen doch, dass es auch ohne die Erweiterungen und die Nachtflüge geht – und der Flughafen hat noch mehr Jobs abgebaut. Die Billigflieger und die Um-steiger gefährden den heimischen Einzelhandel, Hotel- und Gaststättengewerbe und somot weit mehr Arbeitsplätze als vielleicht bei Air Berlin geschaffen werden. Auch die Lufthansa ist zum Billiganbieter mutiert, und die Probleme der LTU kommen sicherlich nicht daher, dass deren Mitarbeiter unordentlich arbeiten.“
Die Forderungen der Bürger gegen Fluglärm:
Absolutes Nachtflugverbot am Stadtflughafen Düsseldorf von 23 bis 6 Uhr, am Wochenende bis 7 Uhr. Jede „Ausnahme“ muss wirklich eine solche sein und wie in Hamburg ein Mehrfaches an Landegebühren kosten, das dem Lärm-schutzbudget zugute kommt. Sofortige Abschaffung der wettbewerbsverzer-renden „home-base-carrier“- Regelung, die den Missbrauch fördert.
Begrenzung der „Spitzenstunden“ auf max. 7 Stunden pro Werktag (statt jetzt 11 von 16 Stunden), in denen beide Startbahnen benutzt werden dürfen. In allen anderen Stunden strikte Begrenzung auf durchgeführte 36 Starts und Landungen und die sog. „Einbahn-Kapazität“.
Uneingeschränkte Anerkennung des „Angerlandvergleichs“ mit Schutzwirkung für alle Anwohner und alle Gemeinden. Planungssicherheit für alle Beteiligten.
Freier Zugang zu umweltrelevanten Informationen wie z.B. Lärmmesswerten
Lärmschutzerstattungen für alle Gebäude, nicht nur für die vor 1974 erbauten
Die Landesregierung muss ein NRW-Luftverkehrskonzept vorlegen, dass alle bestehenden Flughäfen überleben und den Lärmbetroffenen ihre Gesundheitlässt. Es gibt keinen akzeptablen Grund für nächtlichen Flugverkehr, egal wo.
Verkehrs-Politik muss fĂĽr die BĂĽrger gemacht werden, nicht gegen sie.
Gleichstellung aller Verkehrsträger: Flugbenzin muss besteuert werden, erstrecht, wenn die Autofahrer zur Kasse gebeten werden und Bahntickets immerteurer werden. Eine Kerosinbesteuerung „kostet“ maximal 10 € pro Ticket. - bürger gegen fluglärm
|