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Umfrage bestätigt, wie beliebt unser Bürgerbus ist
Einen zweiten Bus wird es aber vorerst nicht geben

Essen-Kettwig • 30.04.2005

Vorstand des Bürgerbus Kettwig e.V. - Jahreshauptversammlung 2005
Der Vorstand des Bürgerbus Kettwig e.V. konnte seinen Mitgliedern eigentlich nur Positives berichten: (v.l.n.r.) Otto.-L-Peus, Wolfgang Orlowski, Gerd Pippereit, Rolf Gampe, Guntmar Kipphardt

Drei Wochen bevor der Bürgerbus Kettwig sein dreijähriges Bestehen feiern kann, trafen sich die Mitgliederdes Vereins am 28. April 2005 im Alten Bahnhof zur diesjährigen Jahreshauptversammlung.

Das sich die Erfolgsgeschichte des Bürgerbusses auch im 3. Jahr fortgesetzt hat, spiegelten die Berichte nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Wolfgang Orlowski wieder. So stieg die Zahl der beförderten Personen nochmals. Im letzten Jahr waren es immerhin 24.000 Fahrgäste, die den Dienst der 38 ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer in Anspruch nahmen. Beim Vergleich mit 60 anderen Bürgerbussen in NRW belegt der Kettwiger Bus je nach Betrachtungsweise den 2. bzw. 3. Platz. Nicht eine Fahrt musste ausfallen.

Fahrerinnen und Fahrer des Bürgerbus Kettwig e.V.
Ohne ihren unermüdlichen Einsatz wäre der Bürgerbus undenkbar - die 38 ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer

Umfrage bescheinigt dem Bürgerbus Bestnoten

Von den 800 verteilten Fragebögen der jüngsten Zufriedenheitsumfrage gab es 130 Rückläufe. Bewertet wurden unter anderem Kriterien wie Pünktlichkeit, Erscheinungs-bild, Bekanntheitsgrad, Sauberkeit, Ausstattung, Öffentlichkeitsarbeit, Strecken-führung, Fahrkartensystem und Freundlichkeit des Fahrpersonals.

Mit den vom Geschäftsführer Gerd Pippereit projizierten Ergebnissen wurde die Zufriedenheit der Befragten deutlich: Fast durchweg wurden Bestnoten vergeben.
Jedoch gab es auch eine Anzahl von Anregungen und Kritikpunkten. Die Erschließung des Neubaugebietes in Ickten taucht dabei ebenso auf, wie der Wunsch einer direkten S-Bahn-Anbindung oder Fahrten über die Grenzen Kettwigs hinaus.

Alle Anregungen und Kritikpunkte sollen einer eingehenden Prüfung unterzogen und soweit möglich, im Interesse der Fahrgäste berücksichtigt werden. Doch nicht jeder genannte Wunsch lässt sich realisieren. So wird es sicherlich keine Stadtrundfahrten geben und Ziele wie Düsseldorf oder das Rhein-Ruhr-Zentrum können nicht auf dem Fahrplan stehen. Geprüft wird aber, ob Schülerfahrten von Ickten zur Realschule bzw. THG machbar und sinnvoll sind.

Wahlen mit Überraschung

Bevor es zu den satzungsgemäßen Wahlen kam, erklärte Geschäftsführer Gerd Pippereit zur Überraschung des Vorstandes und der Anwesenden Mitglieder, dass er für eine Wiederwahl nicht mehr kandidiere. Als Hauptgrund nannte er die fehlende Unterstützung seiner Arbeit durch die Mitglieder.
Gerd Pippereit hatte seit Bestehen des Vereins sämtliche Fäden zusammengehalten und großes organisatorisches Engagement eingebracht. Unter Würdigung dieser unentbehrlichen Leistungen und dem Ansinnen, Teile des Geschäftsfeldes zu delegieren, konnte Gerd Pippereit überzeugt werden weiter zu machen. Er wurde einstimmig wieder gewählt.
Als stellvertretender Vorsitzender wurde Gerd Wilkening auf Vorschlag von Wolfgang Orlowski neu in den Vorstand berufen. Im Amt bestätigt wurden Schatzmeister Dieter Lambach als auch die Beisitzer Rolf Gampe und Johannes Gerlach.

Ersatzbus bleibt zunächst Traum

Bisher ist zwar durch unumgängliche Ausfälle des Busses keine einzige Fahrt ausgefallen, doch die jeweils organisierten Ersatzfahrzeuge bieten keinen wirklichen Ersatz. Es mangelt einfach an der geeigneten Ausstattung.
Deshalb bemüht sich der Verein bereits seit längerer Zeit um die Beschaffung eines geeigneten und entsprechend ausgestatteten Ersatzbusses. Doch die Bereitstellung der erforderlichen Anschaffungskosten in Höhe von etwa 65.000 € gestaltet sich schwierig. Bei EVAG und Stadt stieß man bei den geführten Verhandlungen jedenfalls auf taube Ohren. Hier sieht man bei ca. 2,5 Ausfalltagen im Monat keine wirkliche Notwendigkeit für ein Ersatzfahrzeug.

Laut Kassenbericht hat der Bürgerbus im vergangenen Jahr mit einem Überschuss von rund 5.000 € seine Rücklage zwar erneut aufstocken können, für einen neuen Bus reichen die Eigenmittel jedoch nicht. Mit einem Landeszuschuss wie bei der Erstbeschaffung kann der Verein frühestens nach 5 Jahren bzw. mindestens 300.000 Km Fahrleistung des jetzigen Busses rechnen.

Wolfgang Orlowski - Vorsitzender des Bürgerbus Kettwig e.V.
Der Vorschlag des Vereinsvorsitzenden Wolfgang Orlowski, einen Ersatzbus über Fahrpreiserhöhungen zu finanzieren, fand keine Akzeptanz.

Der Vorschlag des Vereinsvorsitzenden Wolfgang Orlowski, die Finanzierung über eine Anhebung der Fahrpreise möglich zu machen, stieß im Verein jedenfalls auf allgemeine Ablehnung.
Bevor man die Fahrpreise erhöhe, wollen die Mitglieder lieber ihre Ausflüge aus eigener Tasche finanzieren.

Bleibt also zu hoffen, dass der “Kettbus” auch in Zukunft möglichst wenig “schlapp” macht. - rsdc

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