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 Foto: Dr. Gernot Schmidt, Vorsitzender der Ausschüsse Verkehr und Stadtplanung des HVV Kettwig e.V.
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Der Vorsitzende der Ausschüsse für Verkehr und Stadtplanung des HVV, Dr. Gernot Schmidt, macht der Bezirksvertretung IX schriftlich die Empörung der Kettwiger Bürger über den Antrag des Düsseldorfer Flughafens deutlich und fordert gleichzeitig die BV und die Stadt Essen zum Handeln auf.
Lesen Sie hier den kompletten Wortlaut des Schreibens:
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Heimat- und Verkehrsverein Kettwig e. V. Hier: Arbeitsausschuss „Verkehr" und Arbeitsausschuss „Stadtplanung, Standortpflege, Kunst" p. Adr. Dr. Gernot Schmidt Neckarstr. 44 45219 Essen-Kettwig
den 31. Januar 2005
An die Bezirksvertretung IX Rathaus Kettwig Bürgermeister-Fiedler-Platz
45219 Essen-Kettwig
Betr.: Antrag der Flughafen Düsseldorf GmbH auf Expansion des Flugbetriebes, insbesondere in den Nachtstunden – die Folgen für Kettwig/Werden/Bredeney
Sehr geehrte Damen und Herren,
Eine Genehmigung des Antrages des Flughafens Düsseldorf um mehr Flugbewegungen und die beantragte Aufweichung der Nachtflugbeschränkung würde den gesamten Bezirk IX, in den Sommermonaten aber ganz besonders Kettwig zusätzlich belasten. Einwände der Bürgerschaft gegen den 4-wöchig über die Feiertage (!) bis zum 13. Januar 2005 öffentlich ausgelegten Antrag müssen vor dem 11. Februar 2005 bei der Bezirksregierung Düsseldorf eingegangen sein. Die Bürgerschaft ist empört, fühlt sich mißachtet, fürchtet um ihre schon jetzt beeinträchtigte Nachtruhe und wehrt sich mit demokratischen Aktionen. Die Kettwiger werden dabei vom HVV unterstützt.
Bisher sind in den 6 verkehrsreichsten Monaten Mai bis Oktober 122.176 Starts und Landungen zugelassen, mit stündlich bis zu 38 Flugzeugbewegungen. Der Flughafen beantragt nun für diese 6 Monate 131.000 Flugzeugbewegungen (122.176 Linie und Charter, plus 8824 Sonstige, worin erklärtermaßen mehr gewünschte Frachtflüge enthalten sind!), mit einem Eckwert von 45 Starts und Landungen pro Stunde. Zwischen 22:00 und 23:00 Uhr sollen 45 Landungen genehmigt werden, anstatt der bisherigen 15 im Winter und 25 im Sommer. "Mit umfasst werden sollen für die Zeit 22:00 bis 23:00 Uhr auch Landungen von Sonstigen Flügen nach Instrumentenflugregeln, um auch insoweit bedarfsgerecht reagieren zu können." Von 22:00 bis 06:00 Uhr sollen 11.795 Flugzeugbewegungen genehmigt werden, davon 10.645 zwischen 22:00 und 01:00 Uhr. Erwähnt wird die hoffnungsvolle Prognose für 2010, die 263.000 Starts und Landungen jährlich mit einer typischen Spitzenstunde von 65 bis 75 Starts/Landungen annimmt.
Die Folgen einer Genehmigung dieses Antrages wären für alle im Umfeld des Flughafens liegende Gemeinden eine weitere erhebliche Minderung der Lebensqualität mit gesundheitlichen Schäden, so auch und besonders für Kettwig. Wegen des vorherrschenden Südwestwindes finden rund 75% der niedrigen Landeanflüge über Kettwig statt! Das bedeutet: Ab 22:00 Uhr wird nach Genehmigung des Antrages alle 80 Sekunden eine Maschine über Kettwig anfliegen! Schon jetzt ist in Kettwig der Fluglärm in den milden Monaten des Jahres in den Häusern bei offenen Fenstern, auf Balkonen, Terrassen und im Garten eine unerträgliche Belastung. Eine Argumentation mit Dezibel-Zahlen ist dabei wörtlich „Schall und Rauch", die Überflüge sind ganz einfach unerträglich laut und viel zu häufig.
Die Nachtflugbeschränkung, erlaubt z. Zt. ab 22:00 und bis 23:00 Uhr nur Landungen. Die Uhrzeit 23:00 wird aber schon jetzt vielfach überschritten. Da die Abendlandungen planmäßig erhöht würden, ergäbe sich auch durch Verspätungen und Ausnahmegenehmigungen, die bereits jetzt häufig gewährt werden, eine weitere Verlängerung des Flugverkehrs in die Nacht hinein, so dass Kinder wie Erwachsene um den Schlaf gebracht würden. Und ab 05:45 bzw. 06:00 ist die Nacht sowieso durch die ersten 45 Flugbewegungen vorbei!
Es steht fest, dass dem Flughafen Düsseldorf nach der bestehenden Betriebsgenehmigung tagsüber mit dem maximalen Stundeneckwert von 38 Bewegungen genügend freie Start- und Landerechte zur Verfügung stehen, die aber von den Luftfahrtunternehmen nicht voll genutzt werden. Dies ist den Zahlen in dem Antrag leicht zu entnehmen. Die Flugzeuge sind auch nicht annähernd voll. Durch Optimierung der Auslastung könnte der Flughafen seine Passagierzahlen gut steigern. Der Antrag zielt in erster Linie darauf, mehr Billigflieger nach Düsseldorf anzuziehen, die auch von den kleineren Flughäfen in der Umgebung verkehren könnten.
Die Kettwiger Bürgerschaft erwartet von ihrer Bezirksvertretung eine klare Stellungnahme mit formellem Einwand gegen den Antrag der Flughafen Düsseldorf GmbH sowie von der Stadt Essen einen ebenso deutlichen Einwand und ggf. eine Klage gegen den Antrag.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Unterschrift
Dr. Gernot Schmidt im Auftrage des Arbeitsauschusses „Verkehr" und des Arbeitsausschusses „Stadtplanung, Standortpflege, Kunst" im HVV
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